Wirtschaftsminister muss neuen ideenreichen Chef für Leipziger Messe finden
“Zählt noch jemand die Vorsitzenden der Leipziger Messe-Geschäftsführung seit 1990?”, fragt Leipziger Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Dr. Volker Külow nach dem Weggang des Chefs der Leipziger Messe nach Frankfurt am Main. Wolfgang Marzin war der vierte, abgesehen von Zwischenlösungen, die es nach dem Verschwinden seiner beiden Vorgänger auch noch gab.
Lediglich vier Jahre stand Marzin an der Spitze der ältesten Messe der Welt, falls er sich – wie kundige Mitarbeiter immer wieder einschränkten – mal in Leipzig aufhielt – eine klassische Drei-Tage-Woche von Dienstag bis Donnerstag hat er alölerdinmgs selbst immer wieder bestritten. Zeichen hat er keine gesetzt, ganz im Gegenteil: “Der Abstieg von AMI und Games Convention erschienen als Wetterleuchten und war keineswegs nur den viel beschworenen konjunkturellen Einflüssen geschuldet. In Richtung osteuropäischer, speziell russischer Markt, blieben Impulse von der Spitze des Unternehmens aus”, kritisiert Külow.
Geht also eine „Ära Marzin“ zu Ende? Eine solche Periodisierung tut dem scheidenden Geschäftsführer zu viel Ehre an und taugt allein dazu, die Jahre des Waltens dieses Mannes scharf von einem engagierten und ideenreichen Geschäftsführer abzugrenzen, der Marzin nun hoffentlich auf dem Chefsessel folgen wird.
Die Personalie Marzin werden viele schnell vergessen wollen und beflissen in die lange Reihe der in Leipzig mit üppigem Salär durchgeschleusten Manager stellen. Doch der Freistaat Sachsen als zweiter Anteilseigner der Leipziger Messe würde gut daran tun, den Vorgang aufmerksam zu analysieren. Im zweijährigen Wechsel mit dem Leipziger Oberbürgermeister ist der sächsische Wirtschaftsminister Vorsitzender des Aufsichtsrates. Wer immer im momentanen Dresdner FDP-Gerangel am Ende das Rennen macht, die Suche nach einem nun endlich geeigneten Geschäftsführer der Leipziger Messe gehört zu seinen ersten und vornehmsten Aufgaben.
Denn es steht nicht nur das Ansehen Leipzigs auf dem Spiel, sondern auch Geld und Ruf des Freistaates. Deshalb wird DIE LINKE kritisch drauf achten, welche Spitzenpersonalentscheidung der neue Wirtschaftsminister einleitet und favorisiert. Er hat die große Chance, entweder für Sachsen zu punkten oder eine weitere Lachnummer zu produzieren, die wir uns nicht leisten können. Eine Fortsetzung der doppelten Marzin-Maxime – Weggang West statt Aufbau Ost und volle Tasche statt volles Lob – darf es unter keinen Umständen geben.
Tags: Leipzig, Messe, Personalien, schwarz-gelb







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