Jul
18

In einem erfrischenden Interview in der Süddeutschen stellt Heiner Geißler nicht nur seine unangepassten Parolen für den Wahlkampf 2009 vor, sondern fährt dem Interviewer zu Recht über den Mund:

Geißler: (laut) Unglaublich! Der Kapitalismus ist doch nicht die Wirtschaftsform des Grundgesetzes, auch nicht der CDU, auch wenn es die Schlapphüte vom Verfassungsschutz nicht besser wissen. Die CDU ist die Mutter der sozialen Marktwirtschaft. Der Kapitalismus ist genauso falsch wie der Kommunismus.

Er sieht auch “akzeptable Varianten des Sozialismus”

Geißler: Wir in der Union, aber auch in der SPD, hängen immer wieder einem Denkfehler an. Die Gleichstellung von Nationalsozialismus und Kommunismus als totalitäre Philosophien ist auf den ersten Blick richtig, aber in der Substanz falsch. Abgesehen vom Stalinismus wollte der Sozialismus die Lebensbedingungen der Menschen verbessern – und zwar aller Menschen unabhängig von Geschlecht, Religion und Hautfarbe. Der Sozialismus hatte eigentlich ein humanes Ideal, wandte aber die völlig falschen Methoden an. Rein gedanklich kann ich mir einen humanen Sozialismus vorstellen, auch wenn er bislang niemals zustande kam. Ein humaner Nationalsozialismus ist unvorstellbar – das wäre ein Widerspruch in sich. Das wissen die Leute auch: Deshalb wird man heute auch keine Wahl mehr gewinnen, indem man eine rote Gefahr beschwört, wenn SPD und Linke koalieren.

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Mai
13

Der Leipziger Verein RosaLinde organisiert in diesem Jahr eine gemeinsame Fahrt zum Christopher Street Day in Warschau. Die gesellschaftliche Situation in Polen ist inzwzischen entspannter als noch vor 2 oder mehr Jahren, als bspw. der Warschauer Bürgermeister Lech Kaczynski den CSD aus einer homophoben Motivation heraus verboten hatte oder polnische Nazis die DemoteilnehmerInnen tätlich angriffen. Die Alltagsdiskriminierung nicht-heterosexueller Lebensweisen ist geblieben. Und erst jüngst attackierte derselbe Lech Kaczynski, nun Staatspräsident, die “Homoehe” und weigerte sich ein schwules Pärchen zu treffen. Nicht nur aus Gründen grenzüberschreitender Solidarität lohnt sich die Teilnahme an der “parada rownosci” (Gleichstellungsparade) in Warschau. Es geht darum gemeinsam für die Freiheit der Lebensentwürfe, für Menschenrechte und gegen verschiedene Spielarten von Diskriminierung zu demonstrieren. Weiterlesen ““parada rownosci” (Gleichstellungsparade) in Warschau”

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