
Die kapitalistische Krise kommt 2009 im Alltag vieler Menschen an:
Kurzarbeit, Entlassungen und Prekarisierung werden im Zuge dessen
zunehmen. Während die Bevölkerung auf Verzicht eingeschworen
wird, sollen die Gewinne von Banken und Unternehmen staatlich
garantiert werden. Dabei sind staatliche Finanzhilfen nicht der erste
Schritt zur Verstaatlichung, sondern ein weiterer zu einer
Privatisierung des Staates: der Nutzung öffentlicher Gelder
für privatwirtschaftliche Interessen. Was als allgemeines
Interesse bezeichnet wird, ist das Interesse des Kapitals.
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Termine
28. März: Aktionstag zu Weltwirtschaftskrise und G20-Finanzgipfel
3. und 4. April: Anti-Nato-Proteste in Straßburg und Baden-Baden
Die Triebfeder menschlicher Unvernunft ist die Gier. Ganz besonders deutlich sieht man das in der Preisentwicklung der letzten Jahre. Wie hier mit der Abhängigkeit der Menschen, Ihre Grundbedürfnisse zu stillen, Profit gemacht wird ist einfach unglaublich. Ich höre schon die beschwichtigenden Worte der “Wirtschaftsweisen” die uns wieder was von “gefühlter Inflation” erzählen und in Ihrem Dienstmercedes zum nächsten Sektempfang rauschen. Die Erkenntnis zum Umdenken scheint nicht gewollt. Nun ja, in unserem Land werden die Weichen der Politik eben von Großkonzernen, Spekulanten und Ihren Lobbyisten gestellt. Leider! Noch…!
In einem erfrischenden Interview in der Süddeutschen stellt Heiner Geißler nicht nur seine unangepassten Parolen für den Wahlkampf 2009 vor, sondern fährt dem Interviewer zu Recht über den Mund:
Geißler: (laut) Unglaublich! Der Kapitalismus ist doch nicht die Wirtschaftsform des Grundgesetzes, auch nicht der CDU, auch wenn es die Schlapphüte vom Verfassungsschutz nicht besser wissen. Die CDU ist die Mutter der sozialen Marktwirtschaft. Der Kapitalismus ist genauso falsch wie der Kommunismus.
Er sieht auch “akzeptable Varianten des Sozialismus”
Geißler: Wir in der Union, aber auch in der SPD, hängen immer wieder einem Denkfehler an. Die Gleichstellung von Nationalsozialismus und Kommunismus als totalitäre Philosophien ist auf den ersten Blick richtig, aber in der Substanz falsch. Abgesehen vom Stalinismus wollte der Sozialismus die Lebensbedingungen der Menschen verbessern – und zwar aller Menschen unabhängig von Geschlecht, Religion und Hautfarbe. Der Sozialismus hatte eigentlich ein humanes Ideal, wandte aber die völlig falschen Methoden an. Rein gedanklich kann ich mir einen humanen Sozialismus vorstellen, auch wenn er bislang niemals zustande kam. Ein humaner Nationalsozialismus ist unvorstellbar – das wäre ein Widerspruch in sich. Das wissen die Leute auch: Deshalb wird man heute auch keine Wahl mehr gewinnen, indem man eine rote Gefahr beschwört, wenn SPD und Linke koalieren.
Das Neue Deutschland sprach aus diesem Anlass mit dem Sozialphilosophen Oskar Negt* über die Aktualität seiner Ideen. Negt ist davon überzeugt, dass der Schöpfer des »Kapitals« auch für die Gegenwart »auf unheimliche Weise aktuell« bleibt.
Weiterlesen “Heute vor 190 Jahren wurde Karl Marx in Trier geboren”