Mai
28

Im Zuge der aktuellen Debatte – Leipzig bekommt Drogen nicht in den Griff  verweist die Südwest Presse Online auf den Aspekt des anstehenden OB-Wahlkampfes. Oje. Dass die CDU die größte Stadt im Freistaat schon seit Jahren begierig anguckt, aber gegen nahezu 60 Prozent linke Wählerinnen – wenn man mal LINKE, SPD und Grüne ohne großen Aufschrei darunter zusammenfasst – bisher keine Chance hatte, ist es nicht überraschend, wenn Leute aufgestellt werden, die mindestens in der Stadt mit ihrem Parteibuch bekannt sind.

Merbitz sieht darin eine “Kampfansage” gegen die Polizei. Und das locke immer mehr Junkies in die Stadt, lasse so die Beschaffungskriminalität anwachsen. Die Zahl der Süchtigen in Leipzig wird auf gut 1000 geschätzt.

Nebenher griff der Landespolizeipräsident den kompletten Leipziger Stadtrat wegen “fehlender Konsequenz” in der Drogenpolitik an, die Bürgermeister für Soziales beziehungsweise Ordnung, Thomas Fabian (SPD) und Heiko Rosenthal (Linke), sogar persönlich. Beide wiesen die Vorwürfe energisch zurück. Merbitz dramatisiere das Thema unnötig und verunsichere damit nicht nur die Bevölkerung und die Mitarbeiter der Drogenhilfe, “sondern vermutlich sogar seine eigenen Polizisten”, so Fabian. In die Kritik am höchsten Polizisten stimmt auch die Leipziger FDP ein. Sie wittert in dessen Poltern deutlich den Wahlkampf. Denn in anderthalb Jahren wird in Leipzig ein neuer Oberbürgermeister gewählt – und hierfür gilt Merbitz als heißester CDU-Bewerber. Dank seines hohen Renommees, das er sich beim Zurückdrängen der gewaltbereiten rechtsextremen Szene in den 90er Jahren erwarb, soll er der Partei endlich aus ihrem Leipziger Dauertief helfen.

Also jetzt good news are bad news? Bis zur Wahl ist es eh vergessen, aber jetzt machen die Drogendebatte, die großen Kleinrazzien mit durchschlagendem Erfolg - auf denen einige Gramm Drogen, aber vor allem ein illegaler Frisiersalon von den mehr als 400 Polizisten gefunden wurden – oder die Reiterstaffeln im Clara-Park, die rigoros gegen die auf der Wiese ein Bier trinkenden Jugendlichen vorgehen, erstmal genügend Schlagzeilen? Rico Gebhardt meint: “Ich fordere Landespolizeipräsident Merbitz auf, die Instrumentalisierung der Polizei zu Gunsten der CDU im Leipziger OB-Wahlkampf und auf Kosten der Steuerzahler und einer wirklich nachhaltigen Gewährleistung öffentlicher Sicherheit zu unterlassen. Herr Merbitz sollte wieder seinen auch von uns anerkannten polizeilichen Sachverstand walten lassen und sich aus der Tagespolitik der Stadt Leipzig heraushalten.”

Nachtrag 23.6.2011

René Stascheit in noch weiter zum selben Thema.

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Mrz
18

Ganz kurzfristig ein Veranstaltungstipp von Christian. Sicher ob des riesigen Angebotes in Leipzig heute ganz nützlich:

18. März 19 Uhr Zeitgeschichtliches Forum

Lesung
Andrea Röpke/Andreas Speit
Mädelsache – Frauen in der Neonaziszene

Seit einigen Jahren treten Frauen in der männerdominierten neonazistischen Bewegung zunehmend selbstbewusster auf. Sie kandidieren für die NPD, organisieren Demonstrationen, führen Kassenbücher und kümmern sich um die Erziehung des rechten Nachwuchses. Vor allem aber sind sie bestrebt, rechtsradikale Politik unter dem Deckmantel von sozialen Themen wie Naturheilkunde, Ökologie, Kindergeld und Hartz IV auf kommunaler Ebene zu verankern. Gestützt auf Insiderinformationen geben die beiden ausgewiesenen Kenner des rechtsextremen Milieus Andrea Röpke und Andreas Speit in spannenden Reportagen einen Einblick in das Innenleben dieser Szene. Sie schildern, wo völkische “Sippen” bereits Vereine, Elternräte oder Nachbarschaften prägen, fragen, warum Politik und Verfassungsschutzbehörden diesem gefährlichen Treiben tatenlos zuschauen, und zeigen Strategien gegen die rechtsradikale Unterwanderung der Gesellschaft auf.

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Sep
14

Mit mehreren Aufmärschen wollen Neonazis am 16. Oktober 2010 durch Leipzig ziehen. Das braune Spektakel steht unter dem Motto „Recht … auf Zukunft“ und soll nachholen, was vor fast genau einem Jahr gescheitert ist: Am 17. Oktober 2009 steckten mehr als 1300 Neonazis für viele Stunden im Leipziger Osten fest, abgeschirmt durch die Polizei und eingekeilt von Protestblockaden. Diese sind dank 3000 Gegendemonstrant_innen erfolgreich gewesen. Nun steht derselbe Spuk wieder an.
Kommt nach Leipzig & beteiligt euch an den antifaschistischen Protesten gegen die Naziaufmärsche

Für weite Informationen
www.left-action.de/antifa

via facebook Universität Leipzig

Presse

13. September 2010

(Leipziger Internetzeitung) Neonazi-Demos am 16. Oktober: Dritter Aufzug soll im Leipziger Norden stattfinden. Artikel lesen

12. September 2010

(Leipziger Internetzeitung) Neonazi-Demos am 16. Oktober: Erstes Treffen
von „Leipzig nimmt Platz“, Neonazis melden einen dritten Aufzug an. Artikel lesen

10. September 2010

(Leipziger Internetzeitung) Neonazi-Demo am 16. Oktober: Anmelder bekannt, die Planungen der Gegenproteste haben begonnen. Artikel lesen

9. September 2010

(Leipzig Fernsehen) Angekündigte Neonazi-Aufmärsche stoßen auf Widerstand. Artikel lesen

(LVZ-Online) „Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz“ plant Widerstand gegen Neonazi-Aufmärsche. Artikel lesen

8. September 2010

(Leipziger Internetzeitung) Nachtrag zu „Neonaziaufmarsch am 16. Oktober in Leipzig“: Routen und Treffpunkt der Demonstranten. Artikel lesen

7. September 2010

(LVZ-Online) Neonazis planen am 16. Oktober zwei Demonstrationen durch Leipzig. Artikel lesen

(Leipziger Internetzeitung) Neonazi-Aufmarsch am 16. Oktober 2010:

Zwei Routen – Eine auf dem Ring, eine durch den Westen Leipzigs. Artikel lesen

5. September 2010

(Leipziger Internetzeitung) Leipziger Neonazis kündigen Doppel-Aufmarsch am 16. Oktober 2010 in der Messestadt an. Artikel lesen

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Jun
16

Vom 14. bis 24.06.2010 ist im linXXnet in der Bornaischen Strasse 3d, 04277 Leipzig die Ausstellung “Tatort Stadion 2. Fussball und Diskriminierung” zu sehen.

Die Ausstellung des Bündnis Aktiver Fussballfans (BAFF) will informieren – sowohl über alltägliche Diskriminierung und Aktivitäten von Neonazis als auch darüber, was Fans dagegen tun.
2001 wurde die Ausstellung Tatort Stadion vom Bündnis Aktiver Fußballfans (BAFF) entwickelt und seitdem an fast zweihundert Orten gezeigt. Die Ausstellung leistete Pionierarbeit,  indem sie Diskriminierung beim Fußball thematisierte.

Seitdem hat sich viel getan. Diskriminierung wird von vielen Vereinen und Fans mittlerweile als Problem wahrgenommen und angegangen. Dennoch werden in deutschen Stadien nach wie vor allwöchentlich AusländerInnen beschimpft, antisemitische und antiziganistische Gesänge angestimmt oder Homosexuelle verunglimpft. Frauen haben es im Männersport Fußball weiterhin schwer, akzeptiert zu werden.

Mit dem Zeigen von “Tatort Stadion 2″ während der Fussball-WM wird Fussball-Fans und Nicht-Fans die Möglichkeit geboten sich kritisch mit dem Abend für Abend über Leinwände flimmernden Sport bzw. dessen Begleiterscheinungen auseinanderzusetzen.

Wochentags: 10 bis 20 Uhr und Samstags 11 bis 14 Uhr.

http://tatortstadion.blogsport.de
www.linxxnet.de

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Mrz
11

Wir dokumentieren hier einen offenen Brief der Antiprivatisierungsinitiative Leipzig, vertreten durch Margarete Gallhoff, Wolfgang Franke und Ines Jahn. Mehr zu dem Skandal unter Sachsens Linke “Es gibt keine wundersame Geldvermehrung”.

Sehr befremdlich in diesem Zusammenhang sind die fortwährenden Einlassungen der Ex-Kämmerin Leipzigs, Bettina Kudla. Nach ihrem überstürzten Abgang nach Berlin, man ist fast geneigt es Flucht zu nennen, predigt sie nun andauernd in der LVZ, welche Fehler der Oberbürgermeister und der Stadtkonzern und der Stadtrat machen. Dass sie jahrelang in jedem(!) Aufsichtsgremium saß, und in der Zeit alle Stimmrechte hatte, ist ihr offenbar entfallen.

Die Landesdirektion ist mit Ratschlägen auch schnell dabei, Steinbach

mahnte, eine “Stadt ist eine Gebietskörperschaft und kein Konzern”. Es wäre grundsätzlich besser, “Kommunen würden von ihren Steuereinnahmen leben und nicht von Geschäften eigener Firmen”. Die unternehmerische Betätigung der Stadt ist immer an die öffentliche Aufgabe gebunden, deren Erfüllung dem Gemeinwohl dient.

Nach Ansicht von Steinbach gehören in erster Linie die Wasser- und Abwasserver- und -entsorgung und der öffentliche Personennahverkehr zur Daseinsvorsorge. Über den Energiebereich “kann man trefflich streiten”. Öffentliche Unternehmen müssten jedenfalls von umstrittenen Finanzderivaten “die Finger lassen”. Das gelte auch für die Cross-Border-Geschäfte in Anbetracht der Erfahrungen, die man mittlerweile daraus ziehen musste. Hier hatten städtische Unternehmen Teile ihres Anlagevermögens an US-Firmen verkauft und zurückgeleast. Die amerikanischen Investoren gaben einen Teil ihres Steuervorteils an die Firmen weiter.

Mike Nagler veröffentlicht in seinem Blog eine Übersicht, auf dieser Seite finden sich viele weitere Informationen.

Offener Brief
Skandal KWL – Kapitalausstattungsvereinbarung Stadt Leipzig – LVV GmbH

Sehr geehrter Herr Präsident,

mit Interesse haben wir in den Medien Ihre Stellungnahmen zu den Vorgängen um die Kommunalen Wasserwerke Leipzig verfolgt. Nachdem Ihr Brief dazu dem Stadtrat vorgelegt wurde, ist er gleichsam der Öffentlichkeit bekannt geworden.
Daher erlauben wir uns, als MitstreiterInnen in der AntiPrivatisierungsInitiative Leipzig (APRIL), Ihnen in einem Brief zu antworten.

Mit besonderem Interesse haben wir registriert, dass Sie offensichtlich entgegen früherer Äußerungen die Erbringung von Aufgaben der Daseinsvorsorge durch kommunale Unternehmen und Betriebe respektieren. Wir hoffen, dass ihre Behörde diese Position auch über die Bindungsfrist des Bürgerentscheids vom 27. Januar 2008 hinaus beibehalten wird.

Ihre Forderung nach Prüfung der “Veräußerung von nicht der Daseinsvorsorge dienenden Beteiligungen” wirft natürlich die Frage auf, worauf Sie abzielen. Wie ist Daseinsvorsorge zu definieren?

Wir greifen dabei gern auf den 10. Beteiligungsbericht der Stadt Leipzig zurück:
“Im Kern werden heute zur kommunalen Daseinsvorsorge folgende Aufgaben gezählt: Abfallwirtschaft, Abwasserentsorgung, Wasser- und Energieversorgung, Krankenhäuser, öffentlicher Personennahverkehr, Sparkassen, Museen, Theater, Altenheime, Schulen u.a.m. ..” (Zehnter Beteiligungsbericht der Stadt Leipzig, 2003, S. 19).

Wie sind Unternehmen zu betrachten, die im Rahmen der Liberalisierung öffentlicher Dienstleistungen aus den Stammunternehmen ausgegliedert wurden? Ihr Beitrag zur Ergebnissicherung der LVV-Unternehmen, damit mittelbar zur Entlastung des städtischen Haushaltes und auch zur Stabilisierung der regionalen Wertschöpfung steht für uns außer Frage.
Was Sie genau unter der “Senkung von Leistungsstandards” verstehen, ist sicherlich ein weiterer Punkt, der mit den Bürgerinnen und Bürgern breit diskutiert werden sollte. Würde die Senkung von Leistungsstandards nicht eine Verschlechterung für die Bürgerinnen und Bürger in Bezug auf Mobilität, Versorgungssicherheit und Umweltstandards bedeuten?

In den letzten Jahren gab es, das haben Sie der Verwaltungsspitze der Stadt auch attestiert, enorme Anstrengungen, den Verschuldungsgrad der Stadt zu reduzieren. Diese Leistung ist auch gerade deshalb zustande gekommen, weil die kommunalen Unternehmen einen starken Beitrag zur Entlastung des städtischen Haushalts geleistet haben – und sie war ohne Privatisierungen möglich. Wir alle sind uns sicher im Klaren darüber, dass Unternehmen transparent und gesetzeskonform geführt werden müssen. Insofern unterstützen wir alle
Anstrengungen, hier Aufklärung zu betreiben und dafür Sorge zu tragen, dass Risiken dieser Art nicht wieder auftreten und entsprechende Frühwarnsysteme eingerichtet werden, so sie noch nicht vorhanden sind.

Eine Privatisierung, praktisch “durch die kalte Küche” wegen krimineller Machenschaften Einzelner, wird dem Bürgerwillen nicht gerecht. Dies wäre auch ein offener Affront gegen die  Bürgerinnen und Bürger, die am 27. Januar 2008 mit dem Bürgerentscheid ein eindeutiges Votum abgaben.

Es stellt sich auch die Frage, inwieweit eine Aufsichtsbehörde in Ihrem Verständnis über die Funktion der Rechtsaufsicht hinausgeht und zur Steuerungsbehörde für eine Stadt werden kann. Würde dies nicht tendenziell kommunale Selbstverwaltung zur Farce machen? Schließlich interessiert uns brennend, wie Ihre Behörde auf eine bessere allgemeine Finanzausstattung der Kommunen  und konkret auf die Aufhebung der strukturellen Haushaltsdefizite hinwirken will. Wir sehen große Gefahren auf viele von ihnen zukommen, wenn weitere Steuersenkungen einerseits die Einnahmeseite verschlechtern und aber andererseits Pflichtaufgaben gewährleistet werden müssen. Dies alles mit der Perspektive der Schuldenbremse auf Bundes- und Landesebene. Wie wird sich dieses Dilemma lösen lassen? Wir würden uns freuen, Ihren Standpunkt und Ihre Antworten auf die
angesprochenen Fragen zu erfahren und möchten mit diesem Brief unseren Beitrag zur öffentlichen Diskussion leisten.

Ihrer geschätzten Antwort entgegensehend

Für das APRIL-Netzwerk

Margarete Gallhoff   Wolfgang Franke   Ines Jahn

Die Anti-Privatisierungs-Initiative Leipzig (APRIL-Netzwerk), setzt sich für
den Erhalt und die demokratische Weiterentwicklung der öffentlichen
Daseinsvorsorge in kommunalem/öffentlichem Eigentum ein und hat das
Bürgerbegehren und den erfolgreichen Bürgerentscheid in Leipzig 2008 aktiv
begleitet.
www.april-netzwerk.de
www.kommunal-ist-optimal.de

Foto Flickr Author alles-schlumpf

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