Das Handelsblatt wollte den Bankier Baudoin Prot - Chef der größten französischen Bank BNP Paribas – zur Bankenkrise interviewen. Aber er wollte nichts sagen. Sehr löblich, das das Handelsblatt es trotzdem bringt .
So ein Interview wie dieses haben Sie noch nicht gelesen! Es ist sinnbildlich für die aktuelle Lage der Banken in Europa. Interviewpartner ist Baudoin Prot – der Chef der größten französischen Bank BNP Paribas. Interview mit BNP-Chef Prot: „Können Sie nachts noch ruhig schlafen?“ -
Offenbar war Herr Saft von der Sächsischen Zeitung berauscht von der Sonne und dem Licht. Anders läßt sich der Anfang seines Parteitagsberichtes (leider nicht mehr online, aber auch nicht schade drum)nicht erklären:
Es war eine Szene mit viel Symbolik: Von der sonnenüberfluteten Startbahn des Dresdner Flughafens hob am Sonnabend ein Ferienflieger nach dem anderen ab. Und auf der Galerie des Flughafengebäudes blieben jedesmal die Delegierten des Landesparteitages der Linkspartei am Boden zurück.
Wenn dort den ganzen Tag über zehn Flugzeuge abhoben und vielleicht ebenso viele gelandet sind, ist das schon hoch gegriffen. Das heißt ein Start und eine Landung pro Stunde. Eigentlich traurig. Die Länder Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen mit ca. 9 Mio Einwohnern verfügen über drei (!) internationale Flughäfen – Leipzig/Halle, Dresden und Erfurt, deren Ausbau mit ca. 2 Mrd. Euro Subventionen gefördert wurden. Die Flughäfen Magdeburg und Altenburg gibt es auch noch, auch sie wurden gefördert.
Alle sind schlecht ausgelastet, statt der möglichen 10 Mio Fluggäste wurden 2005 – noch vor dem Leipziger Nachtflugverbot – 4,2 Mio abgefertigt. Tendenz seitdem sinkend.
Leipzig ist übrigens von allen drei Städten in ca. einer Stunde mit der Bahn erreichbar. Guten Morgen, lokaler Größenwahn!
(Quelle http://books.google.de/books?id=AqUKuE-iCWIC&pg=RA2-PA392&lpg=RA2-PA392&dq=regionalflughafen+sachsen&source=bl&ots=xamzwdTbu7&sig=_bvfzRpyDesSqyoXxFfgtsd-Rqs&hl=de)
Nach einer aktuellen “Studie” der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft liegt die Stadt Dresden im Wirtschaftsvergleich auf Platz 8 im Osten. Sie weist damit in Sachsen das höchste Wirtschafts- und Wohlstandsniveau auf.
Dennoch liegt die Landeshauptstadt bundesweit betrachtet nur auf Rang 300 und damit im unteren Mittelfeld. Innerhalb Ostdeutschland liegt Dresden auf Rang 8 nach Jena (Rang 243), Potsdam (252) und den Landkreisen Potsdam-Mittelmark (270) und Dahme-Spreewald (277) aus Brandenburg sowie Hildburghausen (280), dem Wartburgkreis (284) und Sonneberg (295) aus Thüringen.
Die restlichen sächsischen Kreise liegen noch dahinter, Meißen (337) auf Platz 22 und die Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (339) auf Platz 23 im Ost-Vergleich. Chemnitz rangiert auf Rang 344 (Ost: 28), Leipzig auf Rang 386 (Ost: 64). Sachsenweites Schlusslicht ist der Studie zufolge noch hinter der Stadt Leipzig der Landkreis Görlitz auf Platz 401. Nicht wirklich bemerkenswert, aber dennoch auffällig,
generell liegen die neuen Bundesländer auch 20 Jahre nach dem Mauerfall noch weit hinter dem Westen. Unter den letzten 25 im Vergleich finden sich 24 Kreise und kreisfreie Städte aus den neuen Bundesländern und mit Gelsenkirchen nur eine Stadt aus dem Westen.
Es kann festgehalten werden: Ostdeutschland hat einen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Problemdruck, der langsam – und durch die Wirtschaftskrise verstärkt – in der ganzen Republik ankommt, etwa wenn man nach Gelsenkirchen schaut. Die Lösung ist allerdings nicht, wenn der Solidarpakt angegriffen wird, sondern nur gemeinsam mit den Menschen, die im Osten leben, die sich gegen Ausgrenzung stemmen, und die neue Ideen im Stadtumbau, in einer älter werdenden und schrumpfenden Gesellschaft verwirklichen. LINKE Vorschläge für eine neue Chance für den Osten wie diese, sind auch realistische Politikangebote für strukturschwache Gebiete im Westen.
Abschließend sei aber auf den generellen Wert solcher Studien verwiesen. Noch im Herbst 2008 war Dresden aus einem Vergleich deutscher Großstädte der INSM und der «Wirtschaftswoche» noch als wirtschaftlich dynamischste Stadt Deutschlands bezeichnet worden. Wurden da andere Statistiken gefälscht?
Nicht überraschend kommt die beabsichtigte Verlagerung der Qimonda-Forschungs- und Entwicklungsabteilung nach München, wie die Sächsische Zeitung und das Handelsblatt schon gestern berichteten.
Die bayerische Staatsregierung will nach „Handelsblatt“-Informationen die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des insolventen Speicherchipherstellers Qimonda von Dresden nach München holen. Sie habe Insolvenzverwalter Michael Jaffé gebeten zu prüfen, ob Forschung und Entwicklung an der Isar eine Zukunftschance hätten, berichtete die Zeitung am Freitag unter Berufung auf Münchner Regierungskreise. Das bayerische Wirtschaftsministerium wollte den Bericht weder bestätigen noch dementieren. Stand sei noch immer, dass nach Vorlage eines Konzeptes von Jaffé mögliche Unterstützungsmaßnahmen geprüft würden, sagte eine Sprecherin.
Im Umfeld von Insolvenzverwalter Jaffé hieß es gestern allerdings, ein solches Konzept habe kaum Chancen. Es sei wegen der hohen Personalkosten nur dann zu verwirklichen, wenn es einen gesicherten Abnehmer für die Produkte geben würde. Ein solcher sei jedoch nicht in Sicht.
Es scheint wieder, dass selbst die großen Unternehmen letztlich nur verlängerte Werk
bänke darstellen. Sachsen will aber nochmal 200 Mio Euro in die hand nehmen, um den Forschungscluster in Dresden zu stabilisieren. Naja, wäre das von Anfang an nicht der bessere Weg gewesen. 37 Prozent des Wertes der Produktionsstätten sind investierte Steuergelder, die jetzt weg sind.
Angesichts des bevorstehenden Produktionsstops beim insolventen Chiphersteller Quimonda am 1. April fordert inzwischen neben dem Insolvenzverwalter auch eine Gewerkschaft eine Staatsbeteiligung. Doch der Freistaat Sachsen ist unnachgiebig – noch. LINKE und Grüne haben für diese Woche eine Landtagssondersitzung zu Quimonda gefordert, bei der die Staatsregierung den Landtag umfassend über die Ergebnisse der Verhandlungen und Gespräche mit Vertretern der EU-Kommission und der Bundesregierung sowie mit dem Insolvenzverwalter informiert.
Neben diesem Bericht verlangen Linke und Grüne von der Staatsregierung,
im Wege einer zeitlich befristeten Übergangslösung eine unmittelbare oder mittelbare Minderheitsbeteiligung des Freistaates Sachsen an QIMONDA oder an dessen Nachfolgeunternehmen für den Fall vorzusehen, dass das Unternehmen mit seinem Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsbereich am IT-Standort Dresden als wichtiger Teil dieser europäischen Schlüsseltechnologie erhalten werden kann.
Das Handelsblatt informiert, dass
Insolvenzverwalter Jaffé in einem Brief an Sachsens Regierung darauf aufmerksam gemacht [hat], dass das endgültige Aus nur noch per staatlicher Beteiligung abwendbar sei.